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Empfehlenswert ist auch die kostenlose Fahrradzeitschrift Fahrradzukunft mit einem umfangreichen Archiv.
Stilistisch hat sich die Website natürlich dem brutalistischen Webdesign verschrieben.
Erstellt mit Menschlicher Intelligenz (MI).
Warum Liegerad?
Kurz gesagt: Weil es das bessere Fahrrad ist. Es ist sicherer, gesünder, meist schneller, vor allem aber sehr viel bequemer als ein herkömmliches Aufrechtrad.
Sicherer
Kommt es mal zu einem Sturz, fällt man nicht so tief; bei einem Frontalaufprall sind die Beine als Knautschzone vorne, nicht der Kopf; es ist unmöglich, „über den Lenker abzusteigen“, also sich bei einer Vollbremsung nur mit der Vorderbremse zu überschlagen.
Einem verbreiteten Vorurteil zufolge ist man auf einem Liegerad unsichtbar und sieht selbst nichts. Wenn man nicht gerade eine (für den Stadtverkehr eh ungeeignete) Renn-Tiefliege fährt, stimmt das nicht. Da Liegeräder so selten und ungewöhnlich sind, sind sie sogar besonders auffällig, man guckt unwillkürlich hin. Anders als auf einem Aufrechtrad ist man den meisten Liegerädern auf Augenhöhe mit Autofahrenden, was die visuelle Kommunikation erleichtert. Durch die Sitzposition hat man einen freien Blick, ohne dafür den Kopf in den Nacken legen zu müssen.
Gesünder
Viele Radfahrer sehen nur ihr Vorderrad und den Asphalt darunter. Wollen sie mehr von der Welt sehen, leidet der Nacken; auch die Augen finden die permanent nach oben verdrehte Position nicht toll. Die Handgelenke schmerzen wegen der ungünstig abgeknickten Haltung und darauf wirkenden Stößen und Vibrationen. Die Wirbelsäule erhält stauchende Stöße direkt von unten verpaßt und die Oberschenkel stoßen quetschend gegen die inneren Organe – besonders bei Rennrädern. Beim Liegerad fällt all das einfach weg.
Fahrradsättel sind eine weitere Quelle von allerlei Unannehmlichkeiten, weshalb viele Rennradfahrer ästhetisch zweifelhafte Pölsterchen in ihren Hosen brauchen. Übrigens leiden nicht nur Männer unter gequetschten Genitalien, mehr als 80 % aller Frauen sind nicht für klassische Sättel gemacht. An Liegerädern werden dagegen bequeme Schalen- oder Spannsitze verbaut, die auch als Lesesessel taugen könnten.
Schneller
Durch die bessere Aerodynamik braucht man weniger Energie für’s Vorankommen. Die kann man sich entweder für längere Strecken aufsparen oder mit ihr schneller ans Ziel kommen. Die Rückenlehne stellt darüber hinaus ein Widerlager dar, gegen das man mehr Kraft auf die Pedale bringen kann. Die Ergonomie des Liegerades trägt also zu einer höheren Fahreffizienz bei.
Bequemer
Carl Drais’ Laufmaschine, aus der sich das Fahrrad entwickelt hat, sollte 1817 das Pferd ersetzen. An dessen Form orientiert sich das Aufrechtrad bis heute. An einem Pferd schraubt man aber nicht viel herum, man muß nehmen, was man bekommt. Das Liegerad dagegen orientiert sich am Körperbau des Menschen. Auch nach einem oder vielen durch(liege)ge-radelten Tagen tut nichts weh: Nicht der Nacken, nicht der Hintern, nicht die Handgelenke, nicht die Genitalien…
Wenn das Liegerad so viel besser ist, warum fahren die Profis es dann nicht?
Weil sie es nicht dürfen. Auf Druck von Lobbyisten hat der Weltradsportverband UCI 1934 Liegeräder von Radrennen ausgeschlossen und damit die Entwicklung des Fahrrades zum Stillstand gebracht. Das bessere und schnellere Rad gilt heute als Kuriosität, weil es seit bald 100 Jahren seine Überlegenheit nicht im "gewöhnlichen" Radsport unter Beweis stellen darf - und Liegeradrennen keine breite Medienaufmerksamkeit erfahren.
Muß man das Liegeradfahren lernen?
Jain. Die Liegeradwelt ist unglaublich vielfältig, Du wirst sie lieben! Auf Sessel- oder Scooterräder steigen die meisten Leute ohne vorheriges Üben auf und fahren los. Aber auch das Fahren auf „richtigen“ Liegerädern lernt man rasch. Mit Einweisung und Unterstützung ist das meist eine Sache von wenigen Minuten, aber es gibt halt freundliche und zickige Räder - aber auch die Menschen sind unterschiedlich. Bis man völlig sicher auf dem ungewohnten Rad ist, braucht es natürlich etwas Übung.
Liegeradfahrschule Leipzig
Die Liegradfahrschule ist im Radsfatz. Wir haben verschiedene Fahrschulräder. So kannst Du Dich vom einfach zu fahrenden Scooterrad bis zum Tieflieger vortasten, Obenlenker, Untenlenker und - wenn Du mutig bist - Knicklenker ausprobieren und herausfinden, welches der richtige Liegeradtyp für Dich ist. Du bekommst eine Einweisung und Hilfestellung bei Deinen ersten Fahrversuchen. Willst Du richtig vertraut mit einem Rad werden, kannst Du es auch für mehrere Tage ausleihen.
Dein Besuch
Du kannst donnerstags zwischen 15 und 19 Uhr während der Werkstattöffnungszeit spontan vorbeikommen. Besser ist es aber, wenn Du Dich per Mail anmeldest. Wir sind nicht-kommerziell, Deine Probefahrten sind kostenlos. Spenden für die Instandhaltung der Räder sind aber natürlich willkommen.